“Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?
Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
“Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!”
Recht hat er, der gute Bach und natürlich Heinrich Seidel. Grade eben noch Blitzeis und plötzlich kitzelt die Sonne unsere Nasen. Guten Morgen Himmel, du kannst so schön sein, schön und blau.
Das war aber auch ein fieser Winter. Hat sich festgesetzt auf unseren Straßen – und dann das Abtauen … das Offenlegen des ungeschminkten Winterdrecks. Im Schnee begrabene Tretmienen, Zigarettenstummel, Schnapsflaschen – nichts, was nicht im kalten Weiß verborgen war und nun unschön die Gehwege ziert.
Meteorologisch gesehen ist seit dem 1. März Frühling – und wie sehr wir uns danach gesehnt haben. Aus allen Ecken kriechen die Sonnnenanbeter. Die Freiflächen der Café’s platzen aus allen Nähten und selbst die Klausur- und Examensgeschundenen Seelen krabbeln hinter ihren Büchern und Laptops hervor um den Wiederbelebungs-Macchiato im gleißenden Hell zu genießen.
Der Wintermantel wird ganz nach hinten in den Schrank gehängt und die Sonnenbrille setzt sich im Haar fest. Ja, der Frühling ist da. Zumindest für ein paar Stunden am Tag geraten die Hormone in freudige Wallung. Wir sehen uns schon im Pullover zum Bäcker huschen, nein, sogar im T-Shirt die ganze Mittagspause verbringen. Noch ist es Zukunftsmusik aber wir sind bereit. Bereit für sprießende Krokusse, Erdbeeren mit Sahne, das Auspacken der Sommerkleidchen und kurzen Hosen, Fahrradfahrten ohne Handschuhe, Vorlesungen mit sehnsuchtsvollem Blick auf die belebten Plätze vor der Uni, …
… und während sich ein Lächeln auf unseren Gesichtern breit macht und wir die alt bekannten Frühlingsgefühle bekommen denken wir an Mörike mit seinem blauen Band – “Frühling, ja du bist’s! Dich hab ich vernommen!“.
Sonnige Grüße
von Elly aus Köln.
















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