Gute Vorsätze, schlechte Gewohnheiten…
Hand aufs Herz - wer kennt das nicht:
Kurz vor Jahresende lässt man die vergangenen Monate Revue passieren. Prägnante, positive und negative Momentaufnahmen ziehen im Schnelldurchlauf nocheinmal am inneren Auge vorbei. Dabei fällt auf, dass man sich die ein oder andere schlechte Eigenart antrainiert hat oder schlechte Gewohnheiten immer noch nicht losgeworden ist. Gute Vorsätze zu fassen ist leicht, sie in die Tat umzusetzen umso schwerer. Traditionell ist es ein heikles Unterfangen, den inneren Schweinehund zu überwinden.
Gesagt, getan?!
“Nie wieder Rauchen” und auf der ersten Uniparty im Januar doch wieder dem Glimmstängel verfallen. “Mehr Sport treiben” und anstatt die Sportschuhe anzuziehen doch lieber mit den Kommilitonen “Pro Evolution Soccer” auf der Playstation spielen. “Endlich intensiver auf Klausuren vorbereiten” und im Endeffekt doch lieber die Aufschiebetaktik wählen und wie so oft alles auf den letzten Drücker erledigen.
Gute Vorsätze sind mindestens genauso alt, wie es schlechte Angewohnheiten gibt. Warum ist es so schwer, Selbstdisziplin an den Tag zu legen? Warum überleben gute Vorsätze den Zusammenprall mit dem Alltag nur selten? Die Antwort ist in unseren Gefühlen begründet. Gewohntes Verhalten wird emotional bewertet und ist daher schwer zu ändern, da wir stets positive Erlebnisse mit den Angewohnheiten verbinden.
Der Mensch, ein Gewohnheitstier
Allerdings lässt sich das Gewohnheitstier “Mensch” auch umerziehen, denn Verhalten ist stets antrainiert und daher auch wieder neu erlernbar, jedoch spielt auch hier die emotionale Bewertung eine wichtige Rolle. Positives und als belohnend empfundenes Verhalten tritt häufiger auf. Aber Vorsicht! Nicht immer hindern uns unbewusste, emotionale Prozesse an der Umsetzung der Vorsätze. Vielmehr scheitert der Versuch an einer falschen Grundeinstellung. “Das klappt doch eh nicht” - wer so denkt, investiert nur wenig Energie und prompt erfüllt sich die selbst gestellte Prophezeiung: Die eigene, voreingenommene Einstellung wird bestätigt und es klappt tatsächlich nicht.
Das SMART-Prinzip
Wie gelangen wir trotz aller Hindernisse zum Ziel? In einer Umfrage unter Berliner Studenten, erscheint uns der Vorschlag eines BWLers am plausibelsten: Benutze das SMART-Prinzip! SMART steht für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Der gute Vorsatz: “Demnächst rauche ich weniger” ist demnach zum Scheitern verurteilt. Obwohl er spezifisch und im Interesse der Gesundheit auch attraktiv ist, stellt “demnächst” keinen klaren Zeitpunkt dar. Zudem ist die Mengenangabe “weniger” schlecht messbar, denn sie trifft keine explizite Aussage darüber, wie viel weniger man rauchen möchte.
Ziele müssen nicht nur realistisch sondern auch klar definiert und überprüfbar sein. Ob der Vorsatz realistisch ist, hängt vom Einzelnen ab. Besser wäre daher das Ziel: “Ab morgen rauche ich jeden Tag drei Zigaretten weniger.” Diese Vorgabe enthält weniger Schlupflöcher und ist deshalb bei weitem Erfolg versprechender. Und wenn alles nichts hilft, bleibt schließlich immer noch das nächste Silvesterfest zur Planung guter Vorsätze.
















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